Geschichte

Geographie

Das mittelalterliche Städtchen liegt auf der linken Seite der Reuss, die hier von Südosten nach Nordwesten fliesst. Das überbaute Gebiet liegt in einer flachen Ebene, die im Westen durch die Endmoräne von Wohlenschwil, im Süden durch den Wagenrain und im Nordosten durch flache bewaldete Hügel begrenzt wird. Im Nordwesten fliesst die Reuss durch eine etwa 100 Meter breite und 40 Meter tiefe Schlucht.

Die höchste Stelle liegt auf 445 Metern im Brand/Schneeschmelzi, Richtung Niederrohrdorf, die tiefste Stelle liegt auf 344 Metern im Schönert, an der Reuss. Das Gemeindegebiet ist 486 Hektaren gross, davon sind 157 Hektaren bewaldet und 129 Hektaren überbaut.

Nachbargemeinden sind Birmenstorf und Fislisbach im Norden, Niederrohrdorf im Osten, Stetten im Südosten, Tägerig im Süden und Wohlenschwil im Westen. Im Norden grenzt Mellingen ausserdem an die Ortsteil Rütihof der Stadt Baden.

Geschichte

 

 

 

 

 

 

Auf dem Gemeindegebiet von Mellingen wurden zahlreiche Funde aus der Mittelsteinzeit und der Jungsteinzeit gemacht. Die Dorfsiedlung Mellingen stammt aus alemannischer Zeit, lag am rechten Ufer der Reuss und wurde im Spätmittelalter auch "Trostburger Twing" genannt. Das Dorf gelangte im Hochmittelalter in den Besitz der Lenzburger, welche auf der linken Reuss-Seite im Bereich der Stadtkirche ein Gotteshaus (1045 erstmals erwähnt) bauten. Nach dem Aussterben der Lenzburger ging der Raum Mellingen durch Vererbung schliesslich an die Kyburger über. Diese gründeten um 1230 das eigentliche Städtchen Mellingen am linken Ufer der Reuss und liessen eine Ringmauer errichten. Seit 1253 besteht eine Brücke über den Fluss. Die Habsburger, welche 1273 Landesherren geworden waren, verliehen Mellingen 1296 das Stadtrecht. Im Jahr 1364 erwarb die Stadt die niedere Gerichtsbarkeit über den Trostburger Twing. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Mellingen wurde Bestandteil der Grafschaft Baden, vermochte aber sein Marktrecht und seine gerichtliche und politische Autonomie zu bewahren. Die Zehnten musste die Stadt an das Kloster Königsfelden abliefern, der Twing an das Spital in Baden. Mellingen konnte die niedere Gerichtsbarkeit über Stetten (1415-1494) und Tägerig (1543-1798) erwerben. Am 1. September 1505 wütete ein grosser Stadtbrand.

Das katholische Mellingen war der wichtigste Brückenkopf zwischen den reformierten Städten Bern und Zürich und war deshalb Schauplatz zahlreicher religiös motivierter Kampfhandlungen. Zwischen 1528 und 1712 war das Städtchen nicht weniger als zwölf Mal durch Truppen besetzt, z.B. vor der Entscheidungsschlacht im Schweizer Bauernkrieg von 1653. Die aufständischen Bauern kapitulierten bei Wohlenschwil vor den Toren der Stadt und mussten im "Mellinger Frieden" harte Bedingungen akzeptieren. Nach dem zweiten Villmergerkrieg von 1712 kam Mellingen unter die Herrschaft der reformierten Orte Zürich, Bern und dem paritätischen Glarus.

Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Mellingen musste seine Sonderstellung aufgeben und wurde dem kurzlebigen Kanton Baden zugeteilt. Erst damals wurde der Trostburger Twing endgültig ein fester Bestandteil Mellingens. Seit 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau. Mellingen engagierte sich stark für den Bau der Nationalbahn. Am 6. September 1877 konnte die Bahnlinie zwischen Wettingen und Zofingen eröffnet werden, doch bereits ein Jahr später ging das Unternehmen bankrott. Um die Schulden zu begleichen, musste unter anderem der gesamte Waldbestand der Ortsbürgergemeinde an den Kanton verkauft werden.

Um 1900 verschwand wegen der Reblaus-Epidemie der seit dem Mittelalter blühende Weinbau vollends. Etwa um dieselbe Zeit siedelten sich erste Industriebetriebe an. Um 1970 entstand neben dem Bahnhof das grösste Benzin- und Öltanklager der Schweiz. Am 22. Mai 1975 wurde der Heitersbergtunnel nach Killwangen eröffnet. Während Jahren bestand jedoch kein Anschluss an diese Bahnlinie. Dies erfolgte erst im Dezember 2004 mit der Eröffnung der Haltestelle Mellingen Heitersberg.

Wappen

Die Beschreibung des Gemeindewappens lautet: "Unter rot-weiss-rotem Schildhaupt in Gelb steigender roter Löwe." Das Stadtsiegel von 1293 vereinte erstmals das habsburgische und das österreichische Wappen. Dieses Wappen wurde aber jahrhundertelang nicht verwendet. Stattdessen ist seit dem frühen 14. Jahrhundert eine rote Kugel in Weiss überliefert, die Farben erschienen ab 1512 umgekehrt. 1935 beschloss der Gemeinderat, das Wappen mit dem Löwen zu führen.