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Buch des Monats Mai

Die Bibliothek empfiehlt das Buch des Monats Mai.

„Frau im Dunkeln“ : Roman - von Elena Ferrante
aus dem Italienischen von Anja Nattefort

Die Geschichte beginnt mit einem Unfall. Leda, aus armen Verhältnissen in Neapel stammend, Universitätsprofessorin, Mutter zweier erwachsener Töchter, knapp 50, geschieden, kommt mit dem Auto von der Straße ab. Im Krankenhaus beruhigt man sie, nichts Gröberes sei passiert. Wenn da nicht eine Stichwunde unterhalb der Rippen wäre. Mit dem Satz „Die Dinge, die wir selbst nicht verstehen, sind am schwierigsten zu erzählen“ endet das erste Kapitel. Wie es zu dieser Verletzung kam, davon handelt der Roman.

Leda verbringt den Sommer allein an einem Strand und beobachtet eine neapolitanische Grossfamilie, insbesondere eine junge Frau und deren kleine Tochter, die immer ihre Puppe dabei hat. Durch Zufall lernt Leda die beiden näher kennen und für die kleine Elene hegt sie eine seltsame Faszination. In einem bestimmten Moment begeht Leda eine vorerst für den Leser nicht nachvollziehbare Tat.

Leda wird in diesem Roman als Frau beschrieben, die nach aussen hin alles erreicht hat, aber von ihrer eigenen Familiengeschichte nicht loskommt und als Mutter ständig an sich zweifelt.

Mit Ehrlichkeit ergründet Elena Ferrante die widersprüchlichen Gefühle einer Frau zwischen Muttersein und Karrierefrau, zwischen Aufopferung und Selbstverwirklichung. Es geht um Sehnsucht nach einem anderen Leben, um Eifersucht und um Vergänglichkeit.

Ein grossartiges Buch mit einer hochspannenden Parabel über das Leben moderner Frauen.

Frau im Dunkeln, Roman, Autorin Elena Ferrante, erschienen 11.02.2019, Suhrkamp Verlag Berlin