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Museum Mellingen - Ortsmuseum

Das Ortsmuseum geht auf eine einzige Person zurück, den leidenschaftlichen Sammler Albert Nüssli, Grossvater des Reussboten-Ver­legers Benedikt Nüssli. Vor ihm gab es ein paar Exponate aus der Mellinger Vergangenheit im Rathaus, er aber machte sich daran, alles zu sammeln, was Bezug zum Werden der Stadt hatte. Dazu nutzte er Woh­nungs­auflösungen genauso wie Häuser, die abgebrochen wurden.

Zuerst trug er das in seinem Haus zusammen, nach der Renovierung des Stadtturms in den 50er-Jahren er­hielt er ein Nutzungsrecht für einige Räume dort. Der Turm wurde zu seinem zweiten Zuhause, er widmete einen Grossteil seiner Zeit der Ausstellung und Erweiterung seiner Sammlung. Nach seinem Tod führte Otto Müller sein Werk weiter, der sich auch dadurch um Mellingen verdient machte, dass er mit dem Ehepaar Zim­­mer­mann und Rainer Stöckli das Fotoarchiv gründete.

Die Ausstellung wuchs und wuchs, es wurde immer enger. Da kam die Renovierung der Stadtscheune in den 90er-Jahren gerade recht, sie bot dem Museum genauso wie der Bibliothek, die auch unter Raum­man­gel litt, neue, schöne Räume. Die damalige Museumskommission und der Museumsverein kümmerten sich in­ten­siv um die Ausstellung, veranstalteten viele Anlässe und warben um das Interesse der Bürger. Leider fan­den sich aber nicht so viele Menschen, die diese Aufgabe weiterführen wollten, sodass das Museum über lange Jahre in einen Dornröschenschlaf verfiel und aus dem Bewusstsein der Mellinger verschwand. Erst in den 10er-Jahren des neuen Jahrtausends erinnerte man sich seiner und begann mit Elan, es weiter­zu­entwickeln. Bis dahin war das Ganze mehr oder weniger die Aufgabe von Privatpersonen, jetzt entschloss man sich aber, die gesamte Ausstellung von Fachleuten planen zu lassen. In den letzten Jahren entstand ein völlig neues Konzept, das uns demnächst die Stadtgeschichte unter drei Aspekten vor Augen führt:

• CLEVERE LAGE

• STADT ODER DORF

• GLAUBE ZWISCHEN DEN FRONTEN

Zum neuen Konzept gehört auch, weitere historisch wichtige Orte zum Besuch freizugeben. Das sind der Zeitturm, der He­xen­turm und die Gerichtsstube im alten Rathaus. Die beiden Türme waren schon zum Chlausmärt 2024 geöffnet und lockten je­weils um die 40 Interessierte Mellinger aller Altersstufen an. Wenn man die schmalen und steilen Stiegen des Zeitturmes hinaufsteigt, kann man sich kaum vorstellen, dass dort vor der Sanierung der Stadtscheune das Museum untergebracht war! Der Hexen­turm hinge­gen überrascht durch die Winzigkeit des Raumes im Inneren. Da wurde klar, warum da wohl nie Hexen unter­ge­bracht waren, sondern Soldaten Wache hielten.

Lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie uns am 10. oder am 12. April, wenn das Museum sich in neuem Glanz zeigt.

Text: Karin Weisenstein

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