Info Reussbrücke
Veröffentlichungen: Februar 2026
Baustellennews 1 - Februar 2026
In der Woche vom 02.03.2026 werden weitere Staub- und Sichtschutzwände zu den Nachbarliegenschaften erstellt und für die provisorische Fussgänger- und Veloführung die Bodenmarkierungen aufgebracht, die Absperrungen gestellt und die Umleitungswegweiser montiert. Am Montag, 09.03.2026 ab 7 Uhr wird die alte Reussbrücke für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt.
Projektbeschreibung
Brückengeschichte
Bereits früher stand an der Stelle der alten Reussbrücke eine Brücke aus Holz. Vor hundert Jahren wurde jedoch realisiert, dass die alte Holzbrücke dem grossen Durchgangsverkehr zwischen Bern und Zürich nicht mehr gerecht wurde. Aus diesem Grund wurde 1928 durch den Stahlbauunternehmer Zschokke aus Döttingen die jetzige Brücke aus genieteten Stahlplatten erbaut. Mit einem Vollwandträger aus Stahl wurde die Anwendungsgrenze für Vollwandträger in der Schweiz deutlich erweitert. Die Brücke steht deshalb für den Beginn einer technischen Entwicklung im Brückenbau. Im Laufe der Zeit mussten diverse Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an der Brücke durchgeführt werden.
Die erste grössere Brückeninstandsetzung erfolgte bereits in den 1950er Jahren, die nächste umfangreichere Brückeninstandsetzung dann 1987. Bereits 1987 wusste man aber, dass dies nur überbrückende Massnahmen sind und die eigentliche Brückeninstandsetzung auf Grund des grossen Verkehrsaufkommens erst nach Inbetriebnahme der Umfahrung Mellingen ausgeführt werden kann.
Brückenzustand
Die Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau hat die Brücke 2023 einer detaillierten Überprüfung unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass die beiden grossen seitlichen Hauptträger statisch in Ordnung sind. Hingegen weisen die unter der Fahrbahnplatte liegenden Stahlträger wie auch die Fahrbahnplatte aus Beton statische Defizite auf.
Der Beton der Fahrbahnplatte ist kaputt. Die Beschichtung der Stahlträger ist defekt, stellenweise sind die Nieten korrodiert, an charakteristischen Stellen beginnen die Stahlträger zu rosten. Das bei einem Hochwasser erforderliche Freibord ist nicht eingehalten. Das Widerlager auf der Seite Zentralplatz hat sich im Laufe der letzten 100 Jahre dermassen verschoben, dass die bewegliche Fuge ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann.
Bauliche Massnahmen
Die Fahrbahnbreite und Gehwegbreiten werden angepasst und die Bushaltestelle verschoben. Die Haltekante bei den vordersten beiden Bustüren wird auf das Türniveau angehoben. Zwischen den beiden grossen seitlichen Hauptlängsträgern wird die gesamte bestehende Stahlkonstruktion durch eine neue Stahlunterkonstruktion und die kaputte Fahrbahnplatte durch eine neue Fahrbahnplatte aus zementgebundenem Ultra-Hochleistungs-Faserverbund-Baustoff (UHFB) ersetzt. Stahlbauverbindungen, die von aussen sichtbar sind, werden wieder mit Nieten ausgeführt, unter der Brücke kommen Schraubverbindungen zur Anwendung. Der bestehende Korrosionsschutz der Hauptlängsträger wird vollständig entfernt und neu aufgebracht. Die beiden grossen seitlichen Hauptlängsträger werden im Endzustand 40 cm höher platziert.
Untersuchungen haben gezeigt, dass mit dieser erhöhten Lage eine gute Verbesserung des Hochwasserabflusses erreicht werden kann. Die Fahrbahn der Brücke wird jedoch nur um einige Zentimeter angehoben und das Gefälle im Generellen etwas vergrössert. Die Brüstungen, die aktuell zu tief sind, werden dafür höher. Als Belag kommt eine dünne Gussasphaltschicht zum Einsatz. Das Widerlager auf der Seite Zentralplatz wird oberhalb der Lager zurückgebaut und neu erstellt. Die beiden Fahrbahnübergänge werden eliminiert und die Brückenentwässerung angepasst. Die vier alten Brückenlager bleiben erhalten und werden vollständig instandgesetzt.
Bauvorgang
Auf der Seite des Zentralplatzes wird ein Turmdrehkran installiert. Mit diesem festen Kran kann die ganze Baustelle erreicht und bedient werden. Zu Beginn der Bauarbeiten werden die bestehenden Werkleitungen, Beleuchtungskandelaber, Randsteine, Belag, Fahrbahnübergänge etc. abgebrochen. Anschliessend werden diverse Verstärkungs- und Bauhilfsmassnahmen erstellt, die Brücke um ca. 10 cm angehoben und die Brückenlager ausgebaut. Der Brückenüberbau wird dann um ca. 2.6 m angehoben, gesichert und ein Schutzgerüst montiert. In dieser erhöhten Lage besteht kein Konflikt mehr zwischen dem Schutzgerüst und einem allfällig möglichen Hochwasser.
In einem nächsten Schritt kann die Fahrbahnplatte zerschnitten und herausgehoben werden. Die Brücke wird anschliessend komplett und luftdicht eingehaust und die Beschichtung auf den Stahlträgern entfernt. Die bestehenden Querträger und Windverbände werden dann etappenweise ausgebaut und durch die neue Stahlkonstruktion ersetzt. Für das Aufbringen des neuen Korrosionsschutzes auf die Stahlträger muss die Brücke wiederum eingehaust sein. Parallel dazu kann das Widerlager auf der Seite Zentralplatz teilweise neu erstellt werden. Vor dem Absenken der Brücke wird die neue Fahrbahnplatte erstellt und die revidierten Lager wieder versetzt. Die Brücke wird abgesenkt, 40 cm höher als im jetzigen Zustand, und der neue Belag, die Randsteine, die Werkleitungsarbeiten etc. werden ausgeführt.
Termine
- Vorbereitungsarbeiten: Februar 2026
- Baustart: Montag, 9. März 2026
- Bauende: April 2027
- Abschluss: Sommer 2027
Verkehrsführung
Ab Montag, 9. März 2026 bis Frühling 2027 ist die alte Reussbrücke Mellingen für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt. Während dieser Zeit werden Fussgängerinnen und Fussgänger sowie der Veloverkehr über den Städtlisteg und der motorisierte Individualverkehr und der öffentliche Verkehr über die Umfahrung Mellingen umgeleitet.

Bauherrschaft
Kanton Aargau
Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Abteilung Tiefbau
Christian Birchmeier
062 835 50 84
christian.birchmeier@ag.ch
Beteiligte
- Gesamtprojektleitung und Projektverfasser Brückenbau: dsp Ingenieure + Planer AG, 8610 Uster
- Projektverfasser Strassen- und Werkleitungsbau: Gerber + Partner Bauingenieure und Planer AG, 5210 Windisch
- Örtliche Bauleitung: Bänziger Partner AG, 5400 Baden
- Gestalterische Begleitung: Bischoff Landschaftsarchitektur GmbH, 5400 Baden
- Experte Korrosionsschutz: SCE Stahlbau- und Korrosionsschutzberatung, 8634 Hombrechtikon
- Bodenkundliche Baubegleitung und Beratung Umweltschutz: Gruner AG, 6300 Zug
- Bauunternehmung: Cellere Bau AG, 5242 Birr
- Subunternehmung Stahlbau: Schneider Stahlbau AG, 8645 Jona
- Subunternehmung Korrosionsschutz: Marty Korrosionsschutz AG, 8645 Jona
- Subunternehmung Hebearbeiten: Hebag AG, 8404 Winterthur
- Subunternehmung Gerüstbau: Mattiello Gerüstbau AG, 9450 Altstätten