Baustellenfotos September 2026
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Fotos 300 – 310 Kanton Aargau
Fotos 311 – 312 Marty Korrosionsschutz AG
Restl. Fotos Viktor Zimmermann Mellingen
Einhausung der Reussbrücke
Nachdem Ende August die letzte Brückenplatte entfernt worden war, konnten die Gerüstbauer mit der Einhausung der Brücke weiter fahren. Die Stahlträgerbeschichtungen, die während den letzten rund 100 Jahren den Korosionsschutz gewährleisteten und der Brücke die Farbe gaben, müssen entfernt werden. Die letzte Beschichtung bekam die Brücke während den Instandsetzungsarbeiten 1987. Besonders problematische Inhaltsstoffe weist diejenige Beschichtung aus den 1980er Jahren aus. In der gebundenen Form zwar unproblematisch, doch bei der Entfernung dürfen diese Stoffe nicht in die Umwelt gelangen. Deshalb wurde die ganze Stahlkonstruktion im September luftdicht eingehaust. Aus der Vogelschau hat Mellingen nun ein neues Ortsbild - mit einer schneeweissen Brücke.
Arbeit im Innern der Einhausung
Nach der luftdichten Einhausung der Stahlkonstruktion wurden auf dem Zentralplatz verschiedene Maschinen aufgebaut, mit einem Gerüst umbaut und ebenso luftdicht eingehaust wie die Brücke. Mittels Staubfilter (Foto302) und Unterdruckhaltegerät wird während den Arbeiten in der Einhausung drin ein Unterdruck erzeugt, so dass keine Luft aus dem Inneren entweichen kann. Bis sich der Staub gesetzt hat, muss das Unterdruckhaltegerät nach Arbeitsschluss noch ca. ½ - 1 Stunde lang laufen. Da um die Maschinen herum die Luft infolge der entfernten Beschichtung auch schadstoffhaltig sein kann, mussten die gesamten Maschinen ebenfalls aufwändig eingehaust werden (Foto 299).
Abtragung der alten Beschichtungen
Während den Entschichtungsarbeiten kann die Einhausung nur über ein Schleusensystem betreten oder verlassen werden. Die Arbeiter der auf diese Arbeit spezialisierten Firma Marty Korrosionsschutz AG aus Jona arbeiten in einer Schutzausrüstung (Foto 312) und werden durch einen Schlauch von ausserhalb mit Sauerstoff versorgt. – Mit bis zu drei Strahllanzen und einem speziellen Strahlmittel werden die Beschichtungen abgetragen und gelangen über einen Staubfilter in Silos (Foto 301), wo sie für die Entsorgung gesammelt werden. Damit der Staub in der Einhausung in Richtung Filter «gestossen» werden kann, steht auf der linken Brückenseite ein Trockner (Foto 303). Die anderen Installationen und auch die Schleuse befinden sich auf der rechten Reussseite. Für diese Arbeiten braucht es sehr viel Strom. Diese Leistung für den Energiebedarf war für den lokalen Trafo des öffentlichen Stromnetzes zu gross, sodass der Energiespitzenbedarf mit Dieselkompressoren abgedeckt werden musste.
Damit diese lärmige Bauphase so kurz wie möglich gehalten werden konnte, wurde auch am Samstagmorgen gearbeitet. Nur die grossen Hauptträger, die vor Ort bleiben und die Kontaktflächen wurden auf der Baustelle entschichtet. Alle ausgebauten Querträger werden extern entschichtet.
Nach dem Abtragen der Beschichtungen werden die weissen Folien wieder entfernt, damit über den Winter die Stahlbauarbeiten durchgeführt werden können.
Vorbereitungsarbeiten Brückenplatte aus UHFB
Nach Mitte September laufen Armierungsarbeiten auf dem Installationsplatz an der Stetterstrasse. Nach Vorbereiten präzis waagrecht liegender Holzrahmen mit Abstandhalter werden die vorfabrizierten Platten für die Brückenplatte bewehrt. Diese Platten dienen einerseits als Schalelemente (sog. «verlorene Schalung») für den späteren Ortsbeton, bilden aber auch den unteren Teil der späteren Brückenplatte. Fast könnte man die gelegten Armierungsstäbe als Kunstwerk bezeichnen. Diese für den Brückenbau filigrane Handarbeit, mit Drillapparat und Betonbindedraht ist wegen der immer gebeugten Körperhaltung sehr anstrengend.
Ende September sind die Schalungen für das Auffüllen des Ultra-Hochleistungs-Faserbetons (UHFB) bereit. Diese Betonart hat eine extrem hohe Druck- und Zugfestigkeit, sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit. UHFB enthält speziell ausgewählte Stahlfasern (Foto 336), die dem Material zusätzliche Stabilität und eine deutlich höhere Langlebigkeit verleihen. Die Stahlfasern sind ca. 15mm lang und 0,2mm dick. Für die vorfabrizierten Platten kommt der UHFB Ductal von Holcim zum Einsatz. Ihm werden üblicherweise zwischen 120 und 240 kg Stahlfasern pro Kubikmeter zugesetzt.
Der UHFB-Mix der Firma a3 beton pumpen AG ist schnell betriebsbereit und produziert UHFB mit einer Tagesleistung von bis zu 20m³. Die angeschlossene Pumpe befördert den DUCTAL-Beton der Firma Holcim aus Station Siggenthal (wo mein Schwiegervater früher Werkstattmeister war) zu den vorbereiteten Holzrahmen. Zwischendurch wird der Beton unter Mitwirkung des Holcim-Mitarbeiters vom LPM AG- Baustoffprüflabor aus Beinwil am See geprüft. Die mit Beton aufgefüllten Brückenteile liegen zugedeckt an der Stetterstrasse bereit.